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Bovenden
Der Ortsteil Bovenden liegt mit seiner bevorzugten Wohnlage nur 6 Kilometer nördlich der Universitäts- und Kongreßstadt Göttingen im Leinetal, zwischen Osterberg und dem Keuperrücken der Lieth. Das neue Ortszentrum liegt östlich der Bundesstraße 3. Hier befinden sich der Verwaltungssitz des Fleckens, Geschäfte, Büros und Arztpraxen sowie das Bürgerhaus mit der Gemeindebücherei (30.000 Bände) und geeigneten Räumlichkeiten für Konzerte, Theateraufführungen und festliche Veranstaltungen jeder Art.

Jährlich findet am kirchlichen Erntedanktag das traditionelle Erntedankfest mit Festumzug und Tanzveranstaltungen statt, außerdem seit 1950, dem Jahr der Tausendjahrfeier, alle 10 Jahre ein großes Heimatfest. Jeweils am dritten Samstag im September veranstaltet der "Autorenkreis Plesse", eine internationale Schriftstellervereinigung, die "Plesse-Lesungen".

Im Gebiet des Lohbergs gibt es ausgedehnte Wanderwege. Zahlreiche Ruhebänke laden zum Verweilen ein und bieten einen herrlichen Blick auf das Altdorf und das weite Leinetal. Gute Möglichkeiten zum Spazierengehen und Radfahren bieten auch die befestigten Wirtschaftswege im Leinetal.

Für sportliche Aktivitäten stehen ein Sportzentrum, Tennisplätze, eine Tennishalle, ein Kegelsportzentrum und ein Turnierplatz mit Reithalle zur Verfügung.

Für die Wirtschaft ist ein großzügig ausgebautes Gewerbegebiet ebenso interessant wie der verkehrstechnisch günstige Anschluß Bovendens an das Straßen- und Schienennetz: nahegelegene Autobahnanschlüsse, Bundesstraße 3 und Bahnanschluß in Göttingen (Intercitynetz) oder Northeim bzw. Nörten-Hardenberg.

Dorferneuerung in Bovenden

Zur Geschichte der Ortschaft Bovenden:

Erstmalig erwähnt wird Bovenden in einer Urkunde König Ottos I. vom 2. Februar 949. Darin wird Besitz des Klosters Hersfeld in „Bobbenzunon“ und anderen Orten gegen königlichen Besitz im heutigen Sachsen-Anhalt eingetauscht.
Ein Jahr später, am 9. Februar 950 schenkt Otto Besitz in Bovenden und anderen Orten dem von seiner Mutter Mathilde gestifteten Stift Enger (bei Herford in Westfalen).

Dass der Ort damals bereits einige Jahrhunderte existiert, darauf deutet neben dem mit dem mit dem Grundwort „tun“ = „Zaun“ gebildeten Ortsnamen ein in das 8. Jahrhundert zu datierender Reihengräberfriedhof hin.
Auch die große Zahl der im hohen und späten Mittelalter belegten geistlichen und weltlichen Grundherren in Bovenden weist auf ein hohes Alter des Orts.

Erst im 14. Jahrhundert werden die Herren von Plesse die dominierenden Grundherren in Bovenden.
Als bedeutendster Ort der Herrschaft Plesse wächst Bovenden im Laufe des 16. Jahrhunderts über den Rahmen eines einfachen Dorfes hinaus. Erstmals bezeichnet der Chronist Johannes Letzner 1587 Bovenden als Flecken, d.h. eine ländliche Siedlung mit einigen städtischen Rechten und Funktionen, wie Marktrecht und Braurecht – letzteres seit 1605. Mit Aufgabe der Burg Plesse im 17. Jahrhundert wird Bovenden auch Verwaltungssitz der hessischen Exklave Herrschaft Plesse bzw. Amt Bovenden. 1777 lassen die Landgrafen von Hessen-Rotenburg ein repräsentatives Amtshaus errichten, das auch für gelegentliche Aufenthalte der Landgrafen von Hessen-Rotenburg vor allem in der Jagdsaison genutzt wird.


Wirtschaftlich kann der Flecken Bovenden von seiner besonderen Lage profitieren. Infolge der Mittelpunktfunktion gibt eine Vielfalt von Handwerkern und Gewerbetreibenden; aber erst seit 1787 werden Schuhmacher, Metzger, Bäcker, Schlosser, Drechsler, Schreiner und Schneider in Handwerkszünften organisiert. Kaufleute und Gastwirte können die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Hessen und Hannover zu ihrem Vorteil nutzen. Auch die Bildung einer jüdischen Gemeinde seit dem 17. Jahrhundert ist Folge dieser Sonderstellung.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein ist die Textilverarbeitung das wichtigste Gewerbe in Bovenden. So ist den 1840er Jahren die Rosenthalsche Tuchfabrik mit über 400 Beschäftigten zeitweise einer der größten Betriebe im Königreich Hannover. Danach wird die Tabakverarbeitung bedeutendster Erwerbszweig am Orte – an der Spitze die Zigarrenfabrik Löwenthal mit über 100 Beschäftigten vor dem Ersten Weltkrieg.
Wie viele Menschen in Bovenden lebten, lässt sich erst seit der Zeit um 1500 verfolgen. Seitdem steigt die Bevölkerungszahl mehr oder weniger kontinuierlich von ca. 450 auf 1851 Personen im Jahr 1836 an. Der Verlust von zentralen Funktionen – 1859 wird das Amt Bovenden aufgelöst – führt zu einer Stagnation bzw. Rückgang der Bevölkerungszahlen. 1939 hat Bovenden nur noch 1541 Einwohner. Erst der Zustrom von Evakuierten, Flüchtlingen und Vertriebenen während des Zweiten Weltkriegs und danach führt zu einer sprunghaften Zunahme der Bevölkerung bis zu 5688 Einwohnern zum Zeitpunkt der Verwaltungs- und Gebietsreform 1972. Von einem wirtschaftlichen Aufschwung wird die Bevölkerungszunahme erst seit den späten 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begleitet, indem Bovenden von dem Wachstum des Zentrums Göttingen profitiert.

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